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Rückblick

  • Objektbeschriftung aus der Ausstellung des Rostocker Altertumsvereins, 1933

  • Elisabeth Schmidt, Im Rostocker Altertumsmuseum, 1906

  • Kunst- und Altertumsmuseum, sog. Kirchenzimmer, um 1910

Ausstellungsarchiv 1841 bis 2016

Beginnend in der Gegenwart führt das Verzeichnis (PDF) über 700 Ausstellungen der vergangenen 170 Jahre des Kulturhistorischen Museums und seiner Vorgänger (Städtisches Museum, Kunst- und Altertumsmuseum, Verein für Rostocks Altertümer, Rostocker Kunstverein) auf.

Wussten Sie eigentlich... ... dass Rostock mit seinem Rathaus am Neuen Markt einen der größten mittelalterlichen Verwaltungsbauten in Norddeutschland besaß?

Rostocks Feine Gesellschaft

Der Herrenklub 'Societät' 1794 bis 1934

28. Oktober 2016 - 26. Februar 2017

Einladungskarte zum 100. Stiftungsfest der "Societät", 1894

Die „Societät“ zu Rostock war als geselliger Verein des gehobenen Bürgertums eine der ältesten und maßgebenden bürgerlichen Vereinigungen der Stadt Rostock.

1794 hatten 87 der wohlhabendsten und einflussreichsten Männer Rostocks die Societät als „Verbindung gebildeter Männer zum geselligen Vergnügen und zur literarischen Unterhaltung“ gegründet. Bald schon baute sich dieser finanzstarke Verein sein eigenes Gesellschaftshaus. Hier spielte man täglich Billard und Karten, in Lesesälen stand eine reiche Bibliothek zur Verfügung, es wurde getrunken und gespeist.

Und ganz nebenbei konnte man hier in geselliger Atmosphäre manches Geschäft abschließen oder Einfluss auf die Stadtpolitik nehmen. Die regelmäßig veranstalteten Societäts-Bälle erlaubten ausnahmsweise auch den Damen der Gesellschaft den Zutritt und waren das Parkett bürgerlicher Eheanbahnung.

Die illustre Mitgliederliste der „Societät“ machte den Verein zu einem Machtzentrum der Rostocker „feinen Gesellschaft“.


Rudolf Bartels (1872-1943).

Einfach und nur schön

Rudolf Bartels, Laternenkinder I, 1905

24. Juni bis 02. Oktober 2016

Licht und Farbe faszinieren den Maler Rudolf Bartels über alles: blühende Bäume, strahlende Regenbogen, schillernde Seifenblasen und leuchtende Laternen verzaubern seine Bilder.

In der kleinstädtischen Idylle seines Geburtsortes Schwaan entdeckt Rudolf Bartels die befreiende Idee von einer Künstlerkolonie à la Barbizon. Die sommerliche Freiluftmalerei mit ihren einfachen Motiven weckt seine Leidenschaft. Sein künstlerisches Talent entfaltet sich auf der Großherzoglich Sächsischen Kunstschule in Weimar. Naturalismus und französischer Impressionismus hinterlassen Spuren. Zurück in der Schwaaner Künstlerkolonie entwickelt er seinen Stil mit flächigem Pinselduktus und kraftvollen Farben. Das Schwaaner Museum zeigt in seiner Ausstellung dieses spannungsvolle frühe Schaffen.

In der Hafenstadt Rostock lebt und malt Rudolf Bartels ab 1917. Dieser Schaffensperiode und den dramatischen Lebensumständen widmet sich die Ausstellung im Kulturhistorischen Museum Rostock. Bildserien mit immer wiederkehrenden Motiven stehen im Fokus. Wie bei der Serie „Blühende Bäume“ wird vor allem die unbändige Lust am Experimentieren sichtbar. Idyllische Landschaften und gegenständliche Motive nähern sich innerhalb der Serien mit jedem weiteren Pinselstrich der aufregenden Welt des Expressionismus.

Rudolf Bartels künstlerisches Schaffen entfaltet sich innerhalb der avantgardistischen Tendenzen der Kunst vom 19. zum 20. Jahrhundert. Allen Widrigkeiten des Lebens und der Zeit trotzend, nur seiner Kunst verpflichtet, entwickelt er eine eigenständige Position in der Klassischen Moderne: Raffinierte Farbenpracht gesteigert zu ungetrübter Sinnenfreude.

Ein Schatz der Wissen schafft

150 Jahre Naturhistorische Landessammlungen, Müritzeum Waren (Müritz)

20.05.2016 bis 24.7.2016

Im Jahr 1866 wurde in Waren (Müritz) das „von Maltzan`sche Naturhistorische Museum für Mecklenburg“ gegründet. In 150 Jahren entstanden bedeutende naturhistorische Sammlungen. Das besondere Jubiläum ist Anlass für eine Sonderausstellung, die im Kulturhistorischen Museum Rostock zu Gast ist. Beginnend mit den Anfängen naturwissenschaftlicher Sammlungs- und Forschungstätigkeit in Mecklenburg und Vorpommern wird dargestellt, welche Entwicklungen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Gründung des Naturhistorischen Museums in Mecklenburg führten. Mit informativen Texten, interessanten Fotos und zahlreichen Sammlungsstücken wird die Geschichte der Sammlungen erzählt und ihr besonderer Wert für die naturwissenschaftliche Forschung dargestellt. Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung betrifft das Wie, Was und Warum naturwissenschaftlicher Sammlungstätigkeit.


BürgerBauten.GlaubensBurgen - Rostocks vier Pfarrkirchen

11.03.2016.-05.06.2016

St. Jacobikirche vor 1896

Rostock besitzt mit seinen vier historischen Pfarrkirchen eine beeindruckende und von anderen Städten an der Ostseeküste nicht erreichte Zahl von Kirchen. St. Petri, St. Nikolai, St. Marien und St. Jakobi prägten nicht nur mit ihren hohen Türmen und gewaltigen Kirchenschiffen die Silhouette der Stadt, sondern waren Zentren für Rostock und seine Bürger. Sie waren Orte des Gebetes, der Predigt und des Gottesdienstes, Versammlungsort für die Gemeinschaft, dienten als Begräbnisstätten der Memoria und waren Orte der Repräsentation. Die von Bürgern gebauten Gottesburgen waren neben dem Rathaus das Zentrum der Stadt. Die Ausstellung beschreibt anhand von ausgewählten eindrucksvollen Objekten, Modellen und Fotografien die Rolle dieser Kirchen für die mittelalterliche und frühneuzeitliche Stadt.

Heute ist eine der Kirchen, St. Jakobi in der Rostocker Neustadt, durch Krieg und Abriss verloren. Mit der Leerstelle und dem Ort inmitten der Stadt, der heute an die Kirche erinnert, haben sich Studenten der Hochschule Wismar beschäftigt. Ihre Arbeitsergebnisse zum Jakobikirchplatz bilden den zweiten Teil der Ausstellung.


Das Stillleben und die Entdeckung der Welt

2. Oktober 2015 bis 31. Januar 2016

Als Wunder des Barock erschienen Stillleben von natürlicher Schönheit. Ein Talent der neuen Kunstgattung entfaltete sich in Amsterdam: Rachel Ruysch.

In der Republik der Vereinigten Niederlande wurde sie 1701 als erste Frau in eine Malergilde aufgenommen. Kurfürst Johann von der Pfalz ernannte sie zur Hofmalerin. Die schon zu Lebzeiten der holländischen Künstlerin äußerst wertvollen Stillleben gelangten in die Museen der Welt: Amsterdam, Brüssel, Florenz, New York oder auch Melbourne. Eines der ca. einhundert von Rachel Ruysch signierten Stillleben befindet sich in Rostock – ein Wunder?


ROSTOCK GESCHÄFTIG

Stadtbildfotografie des 19. und 20. Jahrhunderts - Ein Schaufensterbummel

5. Juni 2015 - 13. September 2015

Die Ausstellung unternimmt einen foto-historischen Schaufensterbummel durch das alte Rostock.

Stadtbildfotografien des 19. und 20. Jahrhunderts zeigen Rostocker Ladeninhaber stolz vor ihren Geschäften posierend oder in wirtschaftlichen Nöten, Kunden schlendernd zwischen Modeateliers und Kolonialwarenhandlungen oder Schlange stehend in Zeiten des Mangels. Unter die Lupe genommen eröffnen die Fotografien einen Blick hinein in die mehr oder weniger gefüllten Schaufenster einer geschäftigen Handelsstadt, auf die Waren ihrer Marktstände und die Slogans ihrer Werbetafeln.

Diese Nahaufnahmen des Rostocker Stadtbildes aus mehr als 100 Jahren zeichnen dabei ein lebhaftes und detailreiches wirtschafts- und alltagsgeschichtliches Abbild der Hansestadt.

Unter dem Titel „ROSTOCK GESCHÄFTIG“ folgt das Kulturhistorische Museum Rostock dem Wunsch zahlreicher Besucher nach einem zweiten Teil der erfolgreichen Ausstellung „Auf offener Straße“.


Egon Tschirch – Illustrator vom Kaiserreich bis in die wilden Zwanziger

Foto von Egon Tschirch, 1918

17. April bis 26. Juli 2015

Von der akademischen Historienmalerei im Kaiserreich bis zur avantgardistischen Grafik in den wilden 20er Jahren reicht das stilistische Spektrum des Rostocker Künstlers Egon Tschirch. Noch auf der Suche nach einem eigenen Stil, spielt sein Schaffen zwischen Kunst und Kommerz – die ungeliebte „Brotkunst“ – eine tragende Rolle. Von Karikaturen bis zu Buchillustrationen, von Produkt-Signets bis zu Plakaten öffnet sich ein Panorama der Rostocker Kultur im beginnenden 20. Jahrhundert. Die Tradition der Hansestadt und die Sehnsucht nach der weiten Welt spiegeln sich in dem facettenreichen Kunstschaffen wieder.

Das Kulturhistorische Museum Rostock besitzt heute, dank der großzügigen Schenkung des Neffen des Künstlers, Wolfgang Adler, die umfangreichste Sammlung von Kunstwerken Egon Tschirchs. 325 Objekte zeugen sowohl von dem bildnerischen als auch dem schriftstellerischen Schaffen: Gemälde, Zeichnungen, Buchillustrationen und Plakate genauso wie Zeitungsartikel, Lieder, Gedichte und Bühnenstücke. Ein besonderer Schatz ist ein Album mit persönlichen Fotos.

Mit der Kabinettsausstellung möchte sich das Kulturhistorische Museum Rostock bei dem 88jährigen Jubilar Wolfgang Adler ganz herzlich bedanken. Zugleich stellt die Präsentation von grafischen Werken aus seiner Schenkung und einer Biografie mit privaten Fotos eine neue Annäherung an eine vielschichtige Künstlerpersönlichkeit in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dar. Der Akzent liegt dabei auf weniger beleuchteten Facetten im Schaffen Egon Tschirchs.


PRÄCHTIG VERMESSEN. Mecklenburg auf Karten 1600 bis 1800

6. Februar bis 17. Mai 2015

Landkarten werden heute täglich und vielfältig genutzt. Sie dienen der privaten Orientierung, sind Hilfsmittel für Verwaltung, Wirtschaft und wissenschaftliche Forschung. Sie begleiten uns jederzeit und allerorten. Sie sind unverzichtbarer Bestandteil der Informationskultur. Wir verwenden Karten, um uns zu orientieren. Dabei nutzen wir wie selbstverständlich elektronisch weltweit verfügbare, stets aktuelle Informationen. Ortungs- und Positionierungssysteme sind in der Lage, jederzeit den Standort anzuzeigen, den Weg zu weisen und die benötigte Zeit zu berechnen.

Auch die Menschen in der Vergangenheit nutzten Landkarten. Obwohl diese nach dem Ende des Mittelalters, mit der Entwicklung von Vermessungstechnik und Kartografie von handgezeichneten, oft geheim gehaltenen Einzelstücken zu immer genaueren, durch den Druck leichter zu reproduzierenden und weiter als je zuvor verbreiteten Medien wurden, blieb ihre Nutzung bestimmten Personengruppen vorbehalten.

Alte Landkarten zeigen das Land in seiner historischen Gestalt, spiegeln die Vorstellungen der Menschen über Lage, Ausdehnung und Gestalt von Gebieten und Landschaftsräumen wieder und verdeutlichen die Zunahme des geografischen Wissens.

Bis heute faszinieren sie wegen ihres Alters, des oft aufwändigen Druckes, wegen ihrer Seltenheit und der Schönheit der Darstellungen und Dekorationen. Sie dokumentieren die Veränderungen der Länder und Landschaften durch Besiedlung, Verkehr, Wirtschaft und Politik.

Wir wollen wissen, wie unsere engere und weitere Lebensumwelt vor Jahrzehnten und Jahrhunderten ausgesehen hat, versuchen, uns in alten Karten zu verorten und prüfen die Übereinstimmung der immer präziser werdenden historischen Darstellungen mit der Wirklichkeit. Nicht nur als Zeugnisse der Entwicklung von Vermessung und Kartografie, des Status von Wissenschaft und Technik, sondern auch als Denkmäler der Landes- und Regionalgeschichte werden sie von Wissenschaftlern und privaten Sammlern geschätzt.


Für den Kaiser an die Front - Rostocker und Mecklenburger im Ersten Weltkrieg

13. Juni 2014 – 21. September 2014

1914 zogen die Deutschen begeistert in den Krieg. Von der kaiserlichen Regierung als Verteidigung gegen Russland dargestellt, sahen viele, vor allem in den Städten, den Kampf als nationale Pflicht. Am 1. August wurde die Mobilmachung verkündet. Vor den Redaktionen und Litfaßsäulen drängten sich die Menschen. Der Rede Kaiser Wilhelms II. folgte spontaner Jubel. Andere Deutsche reagierten ablehnend. Hunderttausende hatten noch im Juli für den Frieden demonstriert. Dennoch unterstützte die Mehrheit der Parteien nun den Krieg.

Der Erste Weltkrieg spielte sich aber nicht nur in den Stellungen und Gräben an den Fronten ab. Er hinterließ auch im vermeintlich unberührten Hinterland seine Spuren. Am Beispiel der Seestadt Rostock und des Landes Mecklenburg wird untersucht, wie der Kriegsalltag das Leben der städtischen und ländlichen Bevölkerung beeinflusste. Ereignisse, Begebenheiten und Probleme der Einwohner in den Jahren von 1914 bis 1918 stehen im Mittelpunkt der Ausstellung.

Zur Ausstellung erscheint im Rostocker Hinstorff Verlag ein Begleitband.