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Sonderausstellungen

750 Jahre Kloster zum Heiligen Kreuz

Eine Geschichte in Fotografien

Am 22. September 2020 jährt sich die Gründung des Klosters zum Heiligen Kreuz zum 750. Mal. Im Mittelalter lebten hier Nonnen nach der Regel des Zisterzienserordens. 1586 wurde es evangelisches Damenstift für Konventualinnen aus gut situierten Familien der Stadt. Das Kloster wurde 1920 offiziell geschlossen. Die letzte Stiftsdame trat aber noch 1948 ein und starb 1981. Heute ist das Kloster Museum und nicht nur der älteste erhaltene Gebäudekomplex in Rostock, sondern auch eines der bedeutendsten Baudenkmäler der Stadt.

Das Kulturhistorische Museum Rostock nimmt das 750. Jubiläum der Gründung dieser bedeutenden historischen Einrichtung zum Anlass für eine Ausstellung.

Ab sofort zeigt das Museum eine Ausstellung zur Geschichte des Klosters. Während Kirche und Klosterhof seit dem 19. Jahrhundert immer wieder auf Fotografien abgebildet wurden, sind historische Aufnahmen der Innenräume selten. Die Ausstellung illustriert mit einer Auswahl rarer, zum großen Teil noch nie gezeigter Fotografien die Geschichte aus der Zeit zwischen 1860 und 1965 von Kloster und Konvent. Im Mittelpunkt stehen historische Fotografien des Klosters und seiner Kirche, bevor diese zur Universitätskirche und zum Museum gebaut wurden, sowie seiner Bewohnerinnen.


100 UND 1 ZEICHNUNG. MECKLENBURGISCHE TRACHTEN VON WOLFGANG »WOLF« BERGENROTH (1893–1942)

Wolfgang Bergenroth, Dreistückmütz, 1920, Aquarell, Bleistift, 18,9 x 14,2 cm, Kulturhistorisches Museum Rostock, Inv.-Nr. K 858 d A

13.11.2020 – 14.02.2021

Danz up de Deel: Kiekbusch, Schwedisch Quadrille, Schausterdanz und Windmöllerdanz hießen die Mecklenburgischen Bauerntänze. Die fast vergessenen Tänze erweckte die Turnlehrerin Marie Peters mit ihrer »Schweriner Mädchentanzgruppe« zu neuem Leben, entwarf ein Kostüm nach der landesüblichen Kleidung der ›Stubendirns‹– aber niemand nannte es >Dirndl<. Nichtsdestotrotz wurde die ›Marie-Peters-Tracht‹ bei Bäuerinnen und Bauern zwischen Lübeck, Ratzeburg und Schwerin immer beliebter und als Bauerntracht getragen.

Als Gymnasiast bewunderte der im westmecklenburgischen Parchim geborene Wolfgang Bergenroth die »Schweriner Mädchentanzgruppe« in ihren reizenden Trachten. Als Dekorations- und Kunstmalerlehrling zeichnete er Trachten aus Marie Peters' privater Sammlung, besonders schön die ›Dreistückmütz‹ - eine farbenprächtige Haube mit langen Bändern. Als Illustrator entwarf er für Marie Peters farbige Holzschnitte zu Mecklenburgischen Bauerntänzen. Die ›Trachten‹ ließen ihn nicht mehr los.

Ab 1924 lebte Bergenroth als freischaffender Maler und Illustrator in Rostock und war Mitglied der Vereinigung Rostocker Künstler. Gefragt waren seine Illustrationen für die Mecklenburgischen Monatshefte – meist zum Thema: Volkstracht. Den schmalen Grat, auf dem er wanderte, verließ er, als er in den 1930ern Großaufträge vom Wehr- und Heeresbauamt für Dekorationsmalerei ausführte: mecklenburgische Kasernen und Lazarette mit Erntefest- und Bauerntanzszenen schmückte. In seinem Kopf kreiste dabei immer der Plan für ein »großangelegtes mecklenburgisches Trachtenwerk«.

Das Bergenroth-Konvolut wird seit 1943 im Kulturhistorischen Museum Rostock bewahrt. Als einzigartiges Dokument diente es Ethnologen schon zur Rekonstruktion von verlorengegangenen mecklenburgischen Trachten. Nun wird dieses Zeitdokument zum ersten Mal in einer kunsthistorischen Sonderausstellung mit einer Vielfalt an Zeichnungen und Holzschnitten auch einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.

Kuratorin: Dr. Susanne Knuth


Ausstellung vorab online

Die neue Sonderausstellung 100 und 1 Zeichnung. Mecklenburgische Trachten von Wolfgang »Wolf« Bergenroth (1893–1942) ist im Kulturhistorischen Museum Rostock aufgebaut! Trotz Schließung ermöglicht das Museum einen ersten Eindruck von den Exponaten. Neugierige und Freunde des Museums sind eingeladen, die hochauflösenden Scans der Bergenroth-Werke über http://purl.uni-rostock.de/rosdok/ppn1733836810 abzurufen.

Der Ausstellungsführer enthält einen Aufsatz zur Provenienzgeschichte und eine kurze Biografie des Künstlers:

-       gedruckt für 6,00 € bestellbar unter kulturhistorisches.museum(at)rostock(dot)de

-       online abrufbar über https://doi.org/10.18453/rosdok_id00002753.

Blicke in die BERGENROTH-Ausstellung (November 2020)
Fotos: Dr. Susanne Knuth

 

 

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag
10.00 bis 18.00 Uhr