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Fräulein und Demoiselle
Adlige und Bürgerliche Damen in den Klöstern Ribnitz und Rostock
26. März 2010 bis 11. Juli 2010
Nach der Reformation im Herzogtum Mecklenburg wurden vier der Klöster, Dobbertin, Malchow und das Kloster zum Heiligen Kreuz in Rostock in Damenstifte umgewandelt.
In einem Erbvertrag zwischen den mecklenburgischen Herzögen und der Stadt Rostock erhielt das Heiligkreuzkloster 1584 die Funktion eines evangelischen Frauenstiftes für unverheiratete Töchter Rostocker Familien. Zeitweise lebten auch adlige Damen in den Mauern des Rostocker Konventes. Auch das in Ribnitz liegende Klarissenkloster war seit dem späten 16. Jahrhundert Ort für vornehme unverheiratete Frauen aus dem mecklenburgischen Adel.
Die gemeinsam mit dem Deutschen Bernsteinmuseum Ribnitz-Damgarten, das sich heute in den Räumen des Ribnitzer Klosters befindet, vorbereitete Ausstellung spürt den Leben der adligen und bürgerlichen Frauen hinter den Mauern beider Klöster nach und ermöglicht anhand ausgewählter Beispiele einem Blick hinter die Kulissen, auf das Leben und die Auseinandersetzungen der vornehmen Damen untereinander und mit ihrer Umwelt. Im Mittelpunkt steht darüber hinaus die Entwicklung beider Klöster seit dem 16. Jahrhundert bis zu ihrer Schließung 1920.
Schönheit pur.
Mecklenburg - ein Land für Künstler 1900-1945
28. Mai 2010 bis 22. August 2010
„Schönheit pur. Mecklenburg – ein Land für Künstler 1900 bis 1945“ zeigt in bislang noch nicht dagewesener Breite die Kunst Mecklenburgs aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – zu sehen in drei Ausstellungshäusern in Rostock und Güstrow. Dabei gilt es, bekannte Größen neu zu bewerten – und bislang unbekannte Maler neu zu entdecken. Mut dabei außerdem einige prominente Gäste: Lyonel Feininger, Alexej von Jawlensky, Karl Schmidt-Rottluff, Lovis Corinth.
In erster Linie drehe es sich jedoch um die bekannten und seinerzeit einflussreichsten Künstlerinnen und Künstler Mecklenburgs, so Dr. Heidrun Lorenzen, Kuratorrein der Schau und Leiterin des Kulturhistorischen Museums Rostock. Zu sehen sind Paul Müller-Kaempff und Franz Bunke, Egon Tschirch, Rudolf Bartels, Kate Diehn-Bitt und viele andere. Die Beschränkung auf Mecklenburg sei ganz bewusst erfolgt: „Die Kunstgeschichte Vorpommerns unterscheidet sich von der Mecklenburgs, außerdem ist sie viel besser erschlossen“, so Dr. Heidrum Lorenzen.
So galt es, einige Schätze zu bergen. Zum Beispiel die Malerin Elsbeth Huther, die mit großformatiger Landschaftsmalerei vertreten ist – aber auch mit einem gänzlich abstrakten Aquarell. Für Dr. Lorenzen eine Sensation: „Bereits in den frühen 20er Jahren gab es Künstler in Mecklenburg, die abstrakt gemalt haben. Das war uns bislang nicht bekannt.“ Auch interessante kulturhistorische Entdeckungen gilt es zu vermelden: So war unbekannt, dass es in Rostock bereits 1908 – zu einer Zeit, als Edvard Munch sich in Warnemünde erholte – eine Ausstellung mit Werken der einflussreichen Künstlergruppe „Brücke“ gegeben hatte. Allerdings ohne größere Anteilnahme der lokalen Presse, weshalb die Ausstellung nahezu in Vergessenheit geriet.
Die Schau ermöglicht auch neue Perspektiven auf bekannte Werke. So wird der Maler Egon Tschirch auch als experimenteller, fast expressionistischer Maler erfahrbar, der naturalistische Porträts oder Stadtansichten offenbar eher zum Gelderwerb malte. Schließlich erhellt die Ausstellung auch den Umgang ansässiger Künstler mit dem Nationalsozialismus. Dabei werden bewusst Kontraste gesetzt zwischen propagandistisch angelegter Kunst und Arbeiten, die der Haltung des „inneren Exils“ entstammten oder etwa die verheerenden Folgen des Krieges darstellen. Offensive Widerstandskämpfer habe es unter den Mecklenburger Künstlern nur wenige gegeben, konstatiert Dr. Lorenzen.
Die Ausstellung „Schönheit pur. Mecklenburg – ein Land für Künstler 1900 bis 1945“ entstand in erster Linie aus dem Bestand des Kulturhistorischen Museums Rostock, in dem sich bislang nicht aufgearbeitete Sammlungen fanden. Das Kulturhistorische Museum Rostock konzentriert sich im Rahmen der Ausstellung auf die Malerei, das Rostocker Max-Samuel-Haus auf Grafik. Die Ernst-Barlach-Stiftung Güstrow zeigt Plastiken und Skulpturen.
Zur Ausstellung erscheint ein umfassendes Begleitbuch im Hinstorff Verlag Rostock.
28. Mai bis 22. August 2010, Kulturhistorisches Museum Rostock, Klosterhof 7, 18055 Rostock, geöffnet Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 18.00 Uhr
30. Mai bis 22. August 2010, Max-Samuel-Haus. Stiftung für Jüdische Geschichte und Kultur in Rostock, Schillerplatz 10, 18055 Rostock, geöffnet Dienstag bis Freitag 10.00 bis 18.00 Uhr, Sonntag 13.00 bis 18.00 Uhr
30. Mai bis 22. August 2010, Ernst Barlach Stiftung Güstrow, Heidberg 15, 18273 Güstrow, geöffnet Dienstag bis Sonntag 10.0 bis 17.00 Uhr, Juli und August Montag bis Sonntag 10.00 bis 17.00 Uhr
Unvergesslich ! Von Haarlocke Siegelring - Dinge, die erinnern
10. September 2010 bis März 2011
Jedes einzelne museale Sammlungsstück wird spätestens bei seiner Übernahme durch ein Museum seinem ursprünglichen Bedeutungszusammenhang entrissen, abgetrennt von seinem unmittelbaren menschlichen Umfeld.
Die Ausstellung „denk mal – Dinge die uns bleiben“ soll diesen in gewissem Sinne neutralisierten Stücken ihren ganz individuellen Gehalt zurückgeben,
In einem ersten Ausstellungsabschnitt erlebt der Besucher, wie zunächst unscheinbare Gegenstände wie Ringe, Uhren, Briefe oder Kränze bei genauem Betrachten ganze Lebenswege nachzeichnen. Vom Taufbrief über Porträtmalerei bis zum Grabstein stehen hier die Sachzeugen des menschlichen Lebenswegs im Mittelpunkt.
Ein zweiter Ausstellungsabschnitt führt zurück in die Geburtsstunde der bürgerlichen Erinnerungs- und Gefühlskultur ab der Mitte des 18. Jhs. Stammbücher, Handarbeiten, Zeichnungen und Widmungen belegen, dass es ein erstarkendes Bürgertum war, das Träger dieser neuen stolzen Selbstbesinnung wurde.
In einem Sonderabschnitt geht die Ausstellung mit dem Thema Reiseandenken dem nicht nur temporalen sondern auch lokalen Aspekt von Erinnerung nach.
Ein dritter umfassender Ausstellungsabschnitt widmet sich der öffentlichen Erinnerungskultur. Reliquien, Votiv- und Andachtsbilder veranschaulichen das religiöse Andenken. Pokale, Medaillen, Skulpturen aber auch Feldpostkarten und Bombensplitter gedenken öffentlicher Ereignisse, sowohl huldigend als auch mahnend.
Manfred Zoller. Rostocker Ansichten
24. September 2010 bis 10. Februar 2011
Der künstlerische Weg Manfred Zollers begann eigentlich in Rostock, erfolgte doch hier der Übergang vom Mediziner zum Künstler. Schon während des Medizinstudiums 1969 bis 1979 und der mehrjährigen Tätigkeit am Anatomischen Institut der Universität Rostock begann seine intensive künstlerische Tätigkeit. Manfred Zoller erfuhr Anregungen durch Johannes Müller. 1979 entschloss sich Zoller zur freiberuflichen Tätigkeit als Maler und Grafiker. Er wurde 1980-83 Meisterschüler bei Gerhard Kettner an der Hochschule der bildenden Künste Dresden. Dort leitete Zoller von 1985 bis 1990 die Abteilung Künstleranatomie und wechselte 1993 an die Kunsthochschule Berlin- Weißensee, wo er 1993 zum Professor berufen wurde.
1991 habilitierte sich Dr. Manfred Zoller. Sein Lehrbuch „Gestalt und Anatomie“ dürfte vielen Künstlern zum Verständnis anatomischer Bedingungen verholfen haben. Mehrere Gastprofessuren an verschiedenen deutschen und ausländischen Kunsthochschulen folgten ab 2008. Manfred Zoller sieht seine künstlerischen Wurzeln in Rostock. Insbesondere die Auseinandersetzung mit dem Stadtorganismus mit der Stadtlandschaft Rostocks hat ihn geprägt. Stadtlandschaften aus Rostock aus dem Bestand des Kulturhistorischen Museums und aus dem Besitz des Künstlers zeigen individuelle Wahrnehmungen des Künstlers als Rückblick auf ein Stück Rostocker Geschichte.
Anschrift
Kulturhistorisches Museum Rostock
Klosterhof 7
18055 Rostock
Telefon
0381 20359-0
Fax
0381 3819451
kulturhistorisches.museum(at)rostock.de
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 18.00 Uhr
Montag geschlossen
24. und 25.12.10 geschlossen, 26.12.10 geöffnet
31.12.10 und 01.01.11 geschlossen
Eintritt: frei
(ausgenommen einzelne Sonderausstellungen)
Führungen und Veranstaltungen
Öffentliche Führungen (ab 5 Personen): Erwachsene 2,00 EUR, Kinder frei
Gruppenführung nach Voranmeldung (bis 25 Personen): 30,00 EUR
Führungen für Kindergruppen und Schulklassen nach Voranmeldung
frei: Tel. 0381 2035914, Fax. 0381 2035913
Entgeltordnung der Städtischen Museen der Hansestadt Rostock