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Kunsthandwerk

  • Blick in die Ausstellung "Kunsthandwerk"

  • Blick in die Ausstellung "Kunsthandwerk"

Die kunsthandwerklichen Sammlungen umfassen rund 35.000 Objekte. Zu den kostbaren und umfangreichen Beständen gehören die Bereiche Zinn, Silber, Keramik und Uhren, aber auch historischer Schmuck. 

Zeitlich vom 15. bis zum beginnenden 20. Jh. reichend, dokumentieren die Bestände die Entwicklung des Kunsthandwerks. Das Material Keramik ist in den Sammlungen des Kulturhistorischen Museums hauptsächlich durch Erzeugnisse aus den jüngeren Epochen der europäischen Keramikgeschichte vertreten. Die drei wichtigsten Materialgruppen, Fayence, Steingut und Porzellan werden anhand besonders schöner Stücke vorgestellt.

Zu den Kostbarkeiten der Glassammlung gehören die Lohgerbergläser, emaillebemalte Bechergläser aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Im Auftrag des Rostocker Lohgerberamtes angefertigt, sind die 12 Apostelgläser und der Kurfürstenhumpen Teil des sogenannten Lohgerberschatzes, der außerdem noch 25 Zinngefäße und 40 Silberschilder enthält. Die farbenfrohe Malerei auf den Gläsern folgt venezianischen Vorbildern, die, in Venedig längst aus der Mode, in Deutschland noch bis nach 1800 fortlebten. Die Zinnsammlung des Kulturhistorischen Museums Rostock ist eine der bedeutendsten Sammlungen ihrer Art in Norddeutschland. Das Trinkgeschirr der Rostocker Handwerksämter bildet hier den Mittelpunkt des Ausstellungsabschnittes.

Willkommpokale, so genannt, weil sie beim Willkommenstrunk von Hand zu Hand gingen, gehören zu den prächtigsten Arbeiten der Rostocker Zinngießer. Sie wurden für die Festsitzungen der hiesigen Handwerksämter hergestellt und tragen neben Wappen und Insignien des jeweiligen Handwerks oft auch lose angehängte Silberschilder, den Spargroschen der Zunft.

Die Rokoko-Tischuhr aus dem Schloss Zühr in Mecklenburg sowie Taschenuhren von der Hand Rostocker Uhrmacher belegen die Vorliebe des 18. Jh. für üppig gestaltete Gehäuse. Strenge Ebenholz-Alabaster-Gestaltungen stehen für den Geschmack des Empire um 1800 und warme Mahagonitöne herrschen in der Zeit des Biedermeier vor, als die Uhr zur selbstverständlichen bürgerlichen Wohnungsausstattung wurde. Der Abschnitt schließt mit den billigen Uhren aus Schwarzwälder Massenproduktion, die im ausgehenden 19. Jh. auch nach Rostock kamen und eigene Uhren nun ärmeren Haushalten zugänglich machten.