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100 UND 1 ZEICHNUNG. MECKLENBURGISCHE TRACHTEN VON WOLFGANG »WOLF« BERGENROTH (1893–1942)

Online-Reihe SICHTweisen, Teil 3

Das Schönberger Brautpaar

Die Hochzeit markiert einen Höhepunkt im Leben des Paares. Zu den umfassenden Vorbereitungen zählten die Ladung der Gäste durch den Hochzeitsbitter und die Planung des Festes. Die Feierlichkeiten begannen mit der kirchlichen Heirat, zu der die Brautleute festlich gekleidet erschienen: Die Braut trug die besten Stücke ihrer Sonntagstracht, die sich nur durch einen besonders reichen Schmuck auszeichneten. Dazu gehörten lange, buntseidene Schärpen und ein weißes, reich mit Gold und Silber besticktes Halstuch.

Der auffallendste Schmuck aber war die Brautkrone, ein Gestell aus Goldflittern, Papierblumen, Silberdraht, Glas- und Wachsperlen, von der breite Seidenbänder herabfielen.

Das Schönberger Brautpaar findet sich zweimal im Bergenroth-Konvolut. Zum einen als Blatt mit der zentralen Darstellung des Brautpaares, umgeben von vielen Details der Kleidung und genauen Beschreibungen der Details. Und zum anderen als durchgearbeiteter Karton ohne Details. Die Vermutung liegt nahe, dass Bergenroth dieses besondere Motiv als Frontdeckel für seine Mecklenburgische Trachtenmappe vorgesehen hatte. Für diese bereiste er vermutlich das mecklenburgische Land, skizzierte und aquarellierte vorhandene Trachten bei Küsten- und Landbewohnern, bei Brautleuten, Fischern, Schäfern, Alten und Jungen, forschte aber vor allem in Museen und Heimatstuben. Eine wahre Fundgrube bildeten die volkskundlichen Sammlungen von Richard Wossidlo im Schweriner Museum.

Es ließen sich 21 Blätter nachweisen, die Bergenroth für seine Mecklenburgische Trachtenmappe bestimmt hatte, zudem den Mappen-Einband mit Front- und Rückdeckel. Die Mecklenburgische Trachtenmappe blieb unvollendet. Bergenroths akribisch genauer Blick auf Fest-, Alltagskleidung und Hausrat liefert bis heute ein lebendiges Bild mecklenburgischer Volkskultur.  

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Bild: Wolf Bergenroth, Schöneberger Brautpaar, o. J., Aquarell, Gouache, Bleistift, 47,7 x 35,9 cm, Inv.-Nr.: K 872 H/Kulturhistorisches Museum Rostock

05.02.2021

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag
10.00 bis 18.00 Uhr 

Eintritt frei