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  • Kulturhistorisches Museum Rostock

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100 UND 1 ZEICHNUNG. MECKLENBURGISCHE TRACHTEN VON WOLFGANG »WOLF« BERGENROTH (1893–1942)

13.11.2020 – 14.02.2021

Wolfgang Bergenroth, Dreistückmütz, 1920, Aquarell, Bleistift, 18,9 x 14,2 cm, Kulturhistorisches Museum Rostock, Inv.-Nr. K 858 d A

Danz up de Deel: Kiekbusch, Schwedisch Quadrille, Schausterdanz und Windmöllerdanz hießen die Mecklenburgischen Bauerntänze. Die fast vergessenen Tänze erweckte die Turnlehrerin Marie Peters mit ihrer »Schweriner Mädchentanzgruppe« zu neuem Leben, entwarf ein Kostüm nach der landesüblichen Kleidung der ›Stubendirns‹– aber niemand nannte es >Dirndl<. Nichtsdestotrotz wurde die ›Marie-Peters-Tracht‹ bei Bäuerinnen und Bauern zwischen Lübeck, Ratzeburg und Schwerin immer beliebter und als Bauerntracht getragen.

Als Gymnasiast bewunderte der im westmecklenburgischen Parchim geborene Wolfgang Bergenroth die »Schweriner Mädchentanzgruppe« in ihren reizenden Trachten. Als Dekorations- und Kunstmalerlehrling zeichnete er Trachten aus Marie Peters' privater Sammlung, besonders schön die ›Dreistückmütz‹ - eine farbenprächtige Haube mit langen Bändern. Als Illustrator entwarf er für Marie Peters farbige Holzschnitte zu Mecklenburgischen Bauerntänzen. Die ›Trachten‹ ließen ihn nicht mehr los.

Ab 1924 lebte Bergenroth als freischaffender Maler und Illustrator in Rostock und war Mitglied der Vereinigung Rostocker Künstler. Gefragt waren seine Illustrationen für die Mecklenburgischen Monatshefte – meist zum Thema: Volkstracht. Den schmalen Grat, auf dem er wanderte, verließ er, als er in den 1930ern Großaufträge vom Wehr- und Heeresbauamt für Dekorationsmalerei ausführte: mecklenburgische Kasernen und Lazarette mit Erntefest- und Bauerntanzszenen schmückte. In seinem Kopf kreiste dabei immer der Plan für ein »großangelegtes mecklenburgisches Trachtenwerk«.

Das Bergenroth-Konvolut wird seit 1943 im Kulturhistorischen Museum Rostock bewahrt. Als einzigartiges Dokument diente es Ethnologen schon zur Rekonstruktion von verlorengegangenen mecklenburgischen Trachten. Nun wird dieses Zeitdokument zum ersten Mal in einer kunsthistorischen Sonderausstellung mit einer Vielfalt an Zeichnungen und Holzschnitten auch einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.

Kuratorin: Dr. Susanne Knuth

 

02.11.2020

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag
10.00 bis 18.00 Uhr 

Eintritt frei